Warum das Arbeitsgedächtnis unsere Aufmerksamkeit verdient
In den ersten Lebensjahren lernen Kinder nicht nur zählen oder lesen – sie lernen auch, wie man lernt. Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht das Arbeitsgedächtnis, eine entscheidende kognitive Fähigkeit, die es Kindern ermöglicht, Informationen über kurze Zeiträume im Kopf zu behalten und zu verarbeiten. Es ist das, was einem Kind hilft, sich an die Schritte beim Zähneputzen zu erinnern, die mehrteiligen Anweisungen eines Lehrers zu befolgen oder bei einem Zählspiel den Überblick über die Zahlen zu behalten.
Auch wenn es oft übersehen wird, ist das Arbeitsgedächtnis ein wichtiger Prädiktor für den schulischen Erfolg, insbesondere in den Fächern Mathematik und Lesen/Schreiben. Bei Kindern mit typischer Entwicklung spielt es eine wesentliche Rolle beim Übergang vom spielerischen Erkunden zu stärker strukturierten Lernumgebungen. Dieser Artikel befasst sich mit praktischen, entwicklungsgerechten Strategien, mit denen Pädagogen und Betreuer das Arbeitsgedächtnis bei jungen Lernenden stärken können.
Was ist das Arbeitsgedächtnis und warum ist es in der frühen Kindheit so wichtig?
Das Arbeitsgedächtnis lässt sich mit einem mentalen Haftnotizzettel eines Kindes vergleichen – es hilft ihm, Informationen gerade so lange im Gedächtnis zu behalten, bis es sie nutzen kann. Dazu gehört beispielsweise, sich beim Lesen des Anfangs eines Satzes an dessen Ende zu erinnern, eine Zahl im Kopf zu behalten, während man eine einfache Rechenaufgabe löst, oder sich an den nächsten Schritt einer Routine im Unterricht zu erinnern.
In der frühkindlichen Bildung fördert ein starkes Arbeitsgedächtnis die Aufmerksamkeit, die Problemlösungsfähigkeit und die Fähigkeit, Anweisungen zu befolgen. Es steht zudem in engem Zusammenhang mit den exekutiven Funktionen, zu denen Fähigkeiten wie Impulskontrolle und Aufgabenwechsel gehören. So ist es beispielsweise wahrscheinlicher, dass ein Kind mit einem gut entwickelten Arbeitsgedächtnis bei der Sache bleibt, sich an die Klassenregeln erinnert und sich sinnvoll an Gruppenaktivitäten beteiligt.
Ein besonders wichtiger Untertyp ist das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis – die Fähigkeit, visuelle und räumliche Informationen zu speichern und zu verarbeiten. Diese Fähigkeit bildet die Grundlage für frühe mathematische Kompetenzen wie das Schätzen von Mengen, das Erkennen von Mustern sowie das Verständnis von Formen und Raum. Wenn Kinder diese Fähigkeit frühzeitig entwickeln, sind sie besser gerüstet, sich mit grundlegenden mathematischen Konzepten auseinanderzusetzen.
Verwenden Sie visuelle Hilfsmittel und Darstellungen aus dem Alltag
Eine der wirksamsten Methoden, das Arbeitsgedächtnis bei jungen Lernenden zu fördern, ist das visuelle Lernen. Kleine Kinder haben oft Schwierigkeiten, verbale Anweisungen im Kopf zu behalten, doch visuelle Hilfen bieten ihnen etwas Konkretes, an dem sie ihr Verständnis festmachen können. Anstatt beispielsweise einfach zu sagen: “Räum zuerst dein Spielzeug weg, dann wasch dir die Hände”, könnte eine Lehrkraft eine Bildtafel mit einfachen Symbolen verwenden, die jeden Schritt veranschaulichen. Dies hilft den Kindern, Informationen zuverlässiger zu behalten und entsprechend zu handeln.
Konkrete Darstellungen tragen ebenfalls dazu bei, abstrakte Konzepte besser verständlich zu machen. In der frühen Mathematik ermöglicht der Einsatz von Gegenständen wie Knöpfen, Bausteinen oder Obst den Kindern, das, was sie zählen oder gruppieren, zu sehen und anzufassen. Diese greifbare Interaktion verringert die geistige Anstrengung, Zahlen im Kopf zu behalten, und fördert das Gedächtnis durch sensorische Wahrnehmung.
Visuelle Unterstützung ist nicht nur eine Ergänzung – sie ist eine Strategie, die sich die Art und Weise zunutze macht, wie junge Gehirne Informationen auf natürliche Weise verarbeiten und speichern. Ob durch beschriftete Diagramme, Storyboards oder illustrierte Abläufe: Visuelle Hilfsmittel helfen Kindern dabei, erfolgreich zu sein, indem sie wichtige Informationen sichtbar, vertraut und zugänglich machen.
Aufgaben in kleinere, überschaubare Schritte unterteilen
Selbst für normal entwickelte Kleinkinder können mehrstufige Anweisungen eine Überforderung darstellen. Je mehr Schritte eine Aufgabe umfasst, desto mehr Arbeitsgedächtnis wird benötigt, um sie zu bewältigen. Eine einfache, aber wirkungsvolle Strategie besteht darin, Aufgaben in kleinere, aufeinander aufbauende Teilaufgaben zu unterteilen und die Kinder klar und deutlich durch jeden einzelnen Schritt zu führen.
Dieser Ansatz – oft als “Scaffolding” bezeichnet – hilft Kindern, sich jeweils auf eine überschaubare Informationsmenge zu konzentrieren. Anstatt beispielsweise zu sagen: “Zeichne dein Haus, male es aus und schreibe dann deinen Namen”, könnte eine Lehrkraft zunächst sagen: „Zeichne zuerst dein Haus. Sag mir Bescheid, wenn du fertig bist.“ Sobald der erste Schritt abgeschlossen ist, wird die nächste Anweisung gegeben.
Die Verwendung verbaler Anweisungen in Verbindung mit körperlichen Hinweisen (wie das Zeigen auf Materialien oder das Vorführen von Handlungen) kann die kognitive Belastung weiter verringern. Auch visuelle Checklisten sind wirksam, da sie es den Kindern ermöglichen, ihren eigenen Fortschritt Schritt für Schritt zu verfolgen.
Indem Pädagogen die Menge an Informationen reduzieren, die Kinder gleichzeitig im Kopf behalten müssen, schaffen sie die Voraussetzungen für deren Erfolg und stärken ihre Fähigkeit, im Laufe der Zeit komplexere Aufgaben zu bewältigen.
Wiederholung und Rhythmus zur Vertiefung des Gelernten
Wiederholung ist in der frühen Kindheit unverzichtbar – auf diese Weise entwickeln Kinder Vertrautheit, Selbstvertrauen und Sprachgewandtheit. Was das Arbeitsgedächtnis betrifft, so tragen Wiederholung und Rhythmus dazu bei, neuronale Bahnen zu festigen, wodurch es Kindern leichter fällt, Informationen langfristig zu speichern und abzurufen.
Lieder, Sprechgesänge und rhythmische Aktivitäten sind besonders wirkungsvolle Mittel. So kann ein Kind beispielsweise lernen, bis zehn zu zählen, nicht durch Auswendiglernen, sondern durch das Singen einer eingängigen Melodie, die die Zahlen in eine vorhersehbare Struktur einbettet. Reime und rhythmische Muster verringern die kognitive Belastung beim Abrufen von Informationen und fördern die Automatisierung, insbesondere in Gruppen, in denen Wiederholungen Teil der sozialen Routine werden.
Wiederholung fördert zudem das Lernen in verschiedenen Kontexten. Wenn Kinder dieselbe gedächtnisbasierte Fähigkeit (wie das Ordnen oder Zuordnen) wiederholt in unterschiedlichen Formen – Puzzles, Spiele, Bewegungsspiele – üben, können sie diese Fähigkeiten mit größerer Wahrscheinlichkeit flexibel anwenden. Auf diese Weise wird Wiederholung zu einer Brücke vom kurzfristigen Behalten zum langfristigen Verstehen.
Wie Magrid das Arbeitsgedächtnis durch spielerisches Üben stärkt

Zwar können Lehrkräfte im Unterricht viel dazu beitragen, das Arbeitsgedächtnis zu fördern, doch die richtigen Hilfsmittel können diese Wirkung noch verstärken. Magrid ist ein solches Hilfsmittel – eine forschungsbasierte, inklusive Lernplattform, die die Förderung des Arbeitsgedächtnisses direkt in ihre Mathematik-Aktivitäten integriert.
Was Magrid so einzigartig macht, ist die Art und Weise, wie es abstrakte Gedächtnisfähigkeiten in spannende, leicht zugängliche Erlebnisse verwandelt. Das visuelle und sprachfreie Design verhindert unnötige Ablenkungen, sodass sich die Kinder voll und ganz auf die jeweilige Aufgabe konzentrieren können. Viele der über 3.000 Aktivitäten sind so konzipiert, dass sie das Arbeitsgedächtnis durch kurze, gezielte Herausforderungen trainieren, deren Komplexität schrittweise zunimmt.
Hier sind nur einige Beispiele dafür, wie Magrid das Arbeitsgedächtnis trainiert:
- Beim „Matching Diagram Coloring“ müssen Kinder ein Farbmuster beobachten und es anschließend an einer anderen Stelle nachbilden. Dadurch werden sie dazu angeregt, visuelle Informationen kurz im Gedächtnis zu behalten, bevor sie entsprechend handeln.
- Bei „Visual Color Memory“ wird eine Form mit farbigen Abschnitten angezeigt, die verschwinden, bevor die Kinder sich daran erinnern und die richtige Position auswählen müssen.
- „Color Fill Memory“ erhöht den Schwierigkeitsgrad, da mehrere Informationen – Position, Farbe und Reihenfolge – innerhalb kurzer Zeit abgerufen werden müssen.
- Das Spiel „Character Placement Memory“ stärkt das räumliche Gedächtnis, indem es Kinder dazu auffordert, sich sowohl daran zu erinnern, was sie gesehen haben, als auch daran, wo es aufgetaucht ist.



Diese Aufgaben sind nicht nur Gedächtnisübungen – sie sind spielerisch, interaktiv und altersgerecht. Magrid verbindet Mathematik und Gedächtnistraining zu einem nahtlosen Lernerlebnis und fördert so sowohl die kognitive als auch die schulische Entwicklung. Das Programm ist so aufgebaut, dass Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren es in ihrem eigenen Tempo absolvieren können, und eignet sich auch für Lernende mit besonderen Förderbedürfnissen bis zum Alter von 12 Jahren.
Für Lehrkräfte lässt sich Magrid leicht in den Schulalltag integrieren. Und für Kinder bietet es eine spielerische und zielgerichtete Möglichkeit, grundlegende kognitive Fähigkeiten zu entwickeln, die weit über den Mathematikunterricht hinausgehen.
Nutzen Sie Bewegung und Pausen, um Ihre kognitiven Fähigkeiten zu regenerieren
Kleinkinder verfügen nur über eine begrenzte Arbeitsgedächtniskapazität, und sie ermüden geistig schnell. Um ihre Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und das Behalten von Informationen zu fördern, brauchen sie Gelegenheiten, sich zu erholen. Hier kommen kognitive Pausen und Bewegung ins Spiel.
Kurze, gezielte Pausen zwischen den Aufgaben geben dem Gehirn Zeit, das Erlebte zu verarbeiten und sich zu erholen. Eine fünfminütige Bewegungspause nach einer konzentrierten Tätigkeit kann Kindern helfen, sich anschließend wieder besser zu konzentrieren. Das muss den Tagesablauf nicht stören – kurze Dehnübungen, „Freeze-Tänze“ oder achtsames Atmen lassen sich ganz einfach in den Unterrichtsrhythmus integrieren.
Bewegungsbasiertes Lernen kann an sich auch das Gedächtnis stärken. Aktivitäten wie das Springen zu nummerierten Stellen auf dem Boden oder das Verwenden von Handgesten, um sich den Ablauf einer Geschichte zu merken, verbinden kinästhetisches Gedächtnis mit visuellen und auditiven Reizen. Diese multisensorischen Erfahrungen bieten vielfältige Ansatzpunkte für das Abrufen von Erinnerungen und eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.
Anstatt lange Phasen konzentrierten Arbeitens durchzuziehen, wird durch den Wechsel zwischen Anstrengung und Pause den Entwicklungsbedürfnissen kleiner Lernender Rechnung getragen und dazu beigetragen, das Arbeitsgedächtnis für die Momente zu schonen, in denen es am dringendsten benötigt wird.
Lernen durch praktisches Tun fördern – taktiles und interaktives Lernen
Kinder lernen am besten, wenn sie aktiv an ihren eigenen Entdeckungen beteiligt sind. Dies gilt insbesondere für den Aufbau des Arbeitsgedächtnisses, das von praktischen, interaktiven Erfahrungen profitiert.
Wenn Kinder mit konkreten Materialien arbeiten – etwa beim Sortieren von Gegenständen, beim Bilden von Mustern oder beim Lösen von Rätseln –, lernen sie nicht nur etwas über Formen oder Zahlen. Sie stärken damit auch die kognitiven Fähigkeiten, die ihnen helfen, Informationen in Echtzeit zu speichern und anzuwenden. Wenn sie beispielsweise bunte Bausteine so anordnen, dass sie einem Vorbild entsprechen, müssen sie dieses Vorbild im Kopf behalten, den Überblick darüber behalten, was bereits platziert wurde, und entscheiden, was als Nächstes kommt.
Interaktives Lernen fördert zudem das Engagement. Kinder bleiben eher konzentriert und führen Aufgaben bis zum Ende durch, wenn sie Dinge anfassen, bewegen und erkunden können. Diese natürliche Motivation unterstützt das Gedächtnis, indem sie die Aufmerksamkeit aufrechterhält und sinnvolle Verbindungen zur Lernerfahrung herstellt.
Ob durch Sensorik-Kisten, Zählspiele oder Bastelstationen – Kindern die Möglichkeit zu geben, durch praktisches Tun zu lernen, ist eine der wirksamsten Methoden, um das Gedächtnis zu fördern und das Verständnis zu vertiefen.
Das Arbeitsgedächtnis als täglichen Schwerpunkt im Unterricht
Das Arbeitsgedächtnis ist nicht nur eine kognitive Fähigkeit – es ist ein grundlegender Baustein für erfolgreiches Lernen in der frühen Kindheit. Wenn Kinder Informationen effektiv speichern und nutzen können, sind sie besser in der Lage, Anweisungen zu befolgen, Probleme zu lösen und sich sinnvoll mit Lerninhalten auseinanderzusetzen.
Die gute Nachricht ist, dass die Förderung des Arbeitsgedächtnisses keine grundlegende Umgestaltung Ihres Lehrplans erfordert. Es beginnt mit bewussten Entscheidungen: dem Einsatz von visuellen Hilfsmitteln, der Gliederung von Aufgaben in überschaubare Teile, dem Einbau von Wiederholungen und Bewegung sowie der Schaffung von Möglichkeiten für Kinder, durch Handeln zu lernen. Diese Strategien verbessern nicht nur das Gedächtnis, sondern fördern auch die Konzentrationsfähigkeit, die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen.
Indem sie diese Methoden in den Unterrichtsalltag integrieren, können Pädagogen sicherstellen, dass die Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses kein zusätzliches Element ist, sondern ein natürlicher und wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung.
Mit Magrid eine bessere Lerngrundlage schaffen

Wenn Sie nach einer wirkungsvollen Methode suchen, um das Arbeitsgedächtnis zu fördern und gleichzeitig grundlegende schulische Fähigkeiten zu vermitteln, bietet Magrid eine praktische, wissenschaftlich fundierte Lösung. Magrid wurde speziell für junge Lernende entwickelt und macht jede Interaktion zu einer Gelegenheit, das Gedächtnis zu stärken – durch visuelle Aufgaben, interaktive Herausforderungen und entwicklungsgerechte Aktivitäten.
Ganz gleich, ob Sie als Lehrkraft nach Hilfsmitteln suchen, um alle Lernenden zu fördern, oder als Elternteil nach sinnvollen Möglichkeiten für die Bildschirmnutzung zu Hause – Magrid bietet einen ruhigen, inklusiven Raum, in dem Kinder ihre kognitiven Grundlagen festigen und gleichzeitig Selbstvertrauen im Umgang mit Mathematik aufbauen können.
Besuchen Sie magrid.com um herauszufinden, wie Magrid zu einem zuverlässigen Partner in Ihrem Lernumfeld werden kann.
Ressourcen zum Weiterlernen
- Arbeitsgedächtnis und Lernen: Ein praktischer Leitfaden für Lehrkräfte von Susan Gathercole und Tracy Alloway
- Harvard-Zentrum für kindliche Entwicklung – Forschung zu exekutiven Funktionen und kognitiver Entwicklung
- Magrid.com – Erfahren Sie mehr über Magrids Ansatz in den Bereichen Mathematik und Gedächtnis